Rezension
Zwar geriet auch auf frühen Alben des polnischen Jazz-Violinisten die Virtuosität nie zum Selbstzweck, doch inzwischen spielt sie kaum noch eine spürbare Rolle. Mit seinem paneuropäischen Quartett aus dem schwedischen Pianisten Jakob Karlzon, dem italienischen Bandoneonspieler Daniele Di Bonaventura und dem französischen Bassisten Michel Benita erforscht Adam Baldych hier den europäischen Folk-Schatz mit den Mitteln des Jazz; das Ergebnis ist ein kammermusikalisches Meisterwerk, welches man getrost mit den wunderbaren Alben von Paolo Fresus Mare Nostrum-Trio vergleichen kann, nur mit mehr östlichen und nördlichen Einflüssen – und, bedingt durch das zentrale Instrument, natürlich ganz anderen Klangfarben. Ein Album, von dem man wünschte, der Titel wäre wörtlicher zu nehmen: Man bedauert es, wenn es endet und man gezwungen ist, aus dieser besonderen Klangwelt wieder aufzutauchen. Aber es sollte einen wundern, wenn dieses Kleinod keinen Nachfolger hätte! Diese vier Musiker haben sich hörbar eine Menge zu sagen… – Transparent-blaues Vinyl. (2026)






