Rezension
Wer wäre besser geeignet für ein Bill Evans-Tribute-Album als der große italienische Klavier-Lyriker Enrico Pieranunzi? Bewußt allerdings wählte dieser hier nicht das klassische Trio-Format, sondern nahm sich einen Gitarristen als Partner: Bebo Ferra, der wie der Pianist seit Jahrzehnten zu den Größen des italienischen Jazz zählt. (Auf zwei Tracks ist mit Diego Imbert dann doch noch ein Kontrabassist zugegen.) Es sind auch nur zwei Evans-Kompositionen im Programm, "Very Early" und "Song For Helen", dazu noch Michel Legrands "Once Upon A Summertime"; die übrigen acht Stücke schrieben die beiden selbst. Es geht hier also dezidiert nicht um eine Rekreation des Evans-Klanges, sondern um eigene Ideen in Evans Geist. Und der wird in diesen intimen Zwiegesprächen ganz wunderbar beschworen. Ein berückend schönes Kammerjazz-Meisterwerk. (2026)






