Rezension
Seit sie 2013 als Gastsängerin von Rudimental deren "Waiting All Night" an die Spitze der Charts brachte, ist Ella Eyre jemand, den man gerne anruft, wenn man mal wieder in die Top 20 will. Ihre Soul-Stimme ist fraglos eine der derzeit besten im UK. Sie hätte sie allerdings fast verloren, was einer der Gründe ist, warum es nach ihrem Solo-Debüt "Feline" zehn Jahre gedauert hat, bis das zweite Album erschien (nach einer Stimmbandoperation mußte sie das Sprechen und Singen neu lernen). Der andere ist, wie der Albumtitel zeigt, daß sie nichts überstürzen wollte: Dieses Album sollte ganz und gar ihres sein. Selbst ihren Vertrag mit dem Majorlabel Island kündigte sie auf, weil man ihr da nicht ausreichend Freiheit ließ. Das Ergebnis gibt ihr Recht: Mit "Everything, In Time" ist ihr ein Instant-Klassiker des Soul-Genres gelungen, ein Album ohne eine einzige Schwachstelle, so perfekt durchkomponiert wie gesungen, Selbstbewußtsein und Kraft ausstrahlend. Produktion und Arrangements sind diesmal nicht zu glattpoliert, sondern haben die der Stimme angemessenen Reibflächen. Eine Stimme, die hier vielleicht erstmals den eigenen Ideen und Idealen folgt – und damit erstmals ihrem großen Potential wirklich gerecht wird. – Gelbes Vinyl. (2025)






