Rezension
Wenn dieses im selben Jahr (1965) wie die doch signifikant avantgardistischer erscheinenden ESP-LPs "The Heliocentric Worlds Of Sun Ra, Vol. 1 & 2" veröffentlichte Album dem Frühwerk des Arkestras deutlich näher scheint, so ist die Erklärung einfach: Auf seinem Eigenlabel El Saturn brachte der Bandleader immer wieder auch Aufnahmen heraus, die schon einige Jahre in seinem Archiv lagen. Hier ist das Entstehungsdatum 1960 (exakte Sessiondaten gibt es nicht), und entsprechend sind die Wurzeln im Bop auch hier noch gut auszumachen – auch wenn das agierende Septett (das Album zählt nicht nur Arkestra-Diskographie) aus mutmaßlich den Trompetern Phil Cohran und George Hudson, den Saxophonisten John Gilmore und Marshall Allen, Bassist Ronnie Boykins und Drummer Eddy Skinner (bei einigen Tracks spielt wahrscheinlich Nate Pryor statt Hudson, Jon Hardy soll am Schlagzeug gesessen haben) dessen Grenzen schon sehr deutlich sprengt – und dabei ganz eigene Wege findet, die sich von den von Miles Davis, John Coltrane oder Ornette Coleman eingeschlagenen sehr deutlich unterscheiden. Seit den frühesten, drei Jahre älteren Sun Ra-Aufnahmen auf Transition hatte jener sein Space Jazz-Konzept auch bereits deutlich weiterentwickelt. Ein wesentlicher Baustein der frühen Diskographie (und bei aller Weirdness für damalige Ohren doch sehr zugänglich)! – Für die Neuausgabe wurde das ursprünglich nur 25 Minuten spielende Album mit sechs Bonustracks aufgefüllt. (1965, rec. 1960/2025)






