Rezension
Eine sehr persönliche, ungewöhnliche Song-Sammlung ist dieses zweite reine Cover-Album in Wellers Diskographie. Es sind Lieblingssongs, die Weller schon lange mit sich herumtrug, um sie irgendwann einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Daß er es nun tut, ist doppelt erfreulich. Denn "Find El Dorado" darf man aus dem Stand zu seinen schönsten Alben zählen. Vor allem aber gibt es viel zu entdecken, denn der Musikkenner Paul Weller wählte einige Songs aus, die man schon guten Gewissens unter "Obskuritäten" zusammenfassen kann, etwa den Titelsong, 1983 von dem irischen Songwriter Eamon Friel für einen Soundtrack geschrieben. Die französische Band The Guerillas und ihre 1969er Single "Lawdy Rolla" oder den heute 81jährigen Brian Protheroe kennt vermutlich auch nicht jeder, obwohl dessen hier vorgestellte Debüt-Single "Pinball" anno 1974 immerhin ein britischer Top 40-Hit war. Aber auch die späte Richie Havens-Nummer "Handouts In The Rain" oder das Lal & Mike Waterson-Juwel "Never The Same" hat man nicht unbedingt direkt auf dem Zettel. Natürlich gibt es auch Bekannteres, nicht weniger Begeisterndes: Wellers Behandlung von Merle Haggards "White Line Fever" weckt den Wunsch eines Weller-Albums mit Country-Klassikern. Das scheint noch im Rahmen des Denkbaren – das Album "Paul Weller Does The Bee Gees" wird wohl im Reich des Phantastischen bleiben. Hätte man angesichts seiner Version von "I Started A Joke" aber auch gerne, wirklich…! (2025)