Rezension
Frauen in Führungspositionen sind ja im Jazz immer noch eher die Ausnahme, insbesondere in bezug auf größere Enembles. Die in New York lebende Dirigentin, Komponistin und Arrangeurin Miho Hazama mußte als Frau und obendrein Asiatin besonders kämpfen, um von der Jazzwelt akzeptiert zu werden; aber inzwischen zählt sie längst zu den herausragenden Figuren der Gegenwart, wenn es um neue und innovative Big Band-Kompositionen geht. "Frames" ist ihr viertes Album für Edition. Gewidmet ist es dem jüngst verstorbenen Jim McNeely, unter dem sie einst an der Manhattan School Of Music studierte – und der 1998-2002 jene Danish Radio Big Band leitete, mit der Hazama es aufnahm und dem sie selbst seit 2019 vorsteht. Vor ihr und McNeely hatten etwa Bob Brookmeyer, Thad Jones, Ray Pitts, Palle Mikkelborg oder Ole Kock Hansen die Chefdirigenten-Position inne – es sind diese Persönlichkeiten, die den Rahmen (daher der Titel) für diese sechs Kompositionen bilden. Kompositionen, die die klanglichen Möglichkeiten der 19köpfigen Band ausloten, von feinsten Nuancen und zarten Klangfarben bis zur vollen Wucht der 15 Bläser, und die bei aller Originalität doch stets melodisch und zugänglich (um nicht zu sagen: einnehmend!) klingen. Es ist die Tradition von Duke Ellington, Stan Kenton und Kenny Wheeler, deren jüngste Emanation wir hier erleben. (2026)






