Rezension
30 Jahre nach "Londinium" machen die Briten um Danny Griffiths und Darius Keeler immer noch Platten, die so schwer kategorisierbar (irgendwo zwischen Progressive, Kraut Rock und Trip Hop) wie hochspannend sind. Im Opener "Broken Bits" wartet man bis zum Ende auf den Einsatz eines Sängers, der nicht kommt. Es ist einer der nervenaufreibendsten Instrumentaltracks der jüngeren Popgeschichte, ohne daß man sagen könnte, warum. Der Materialeinsatz ist ausgesprochen ökonomisch, auch in anderen Tracks, aber langweilig wird einem in diesem 80 Minuten nicht, dafür arbeiten Archive viel zu virtuos mit Sounds und Atmosphären. Meistens unterschwellig bedrohlichen. Wenn man dem Album eine Tageszeit zuordnen wollte, dann sicherlich die tiefste Nacht. Zum Träumen ist es aber trotzdem denkbar ungeeignet. Solange man auf das nächste Massive Attack-Album wartet, sollte man es unbedingt mal hiermit versuchen… (2026)





