Rezension
Leon Bridges könnte es sich so leicht machen und einfach ein erlesenes Retro-Soul-Album nach dem anderen aufnehmen, Abnehmer fänden sich genug. Aber der Sänger sucht ständig nach neuen Wegen, besonders schön dokumentiert etwa in den beiden EPs (2020 und 2022) mit den texanischen Experimentalpsychedelikern von Khruangbin. Diesmal also stürzt Bridges sich kopfüber in die blauen Wasser der Karibik, läßt sich dabei aber nicht etwa von dortigen Musikern unterstützen, sondern vor allem von den britischen Neo-Soul/-Disco-Musikern Josh Lloyd-Watson ("J Lloyd") und Lydia Kitto des Trios Jungle. Aber es geht ihm ja auch nicht um Authentizität, sondern um ein Feeling, um den Groove, um das Spiel mit verschiedenen Stilen, und da erweisen die beiden sich als perfekte Partner. Das Experiment ist jedenfalls gelungen und "Happiness Anytime" weit mehr als ein Album für die perfekte Strandparty. Man ist jetzt schon auf Bridges' nächsten Schritt gespannt… – Karibiksandfarbenes Vinyl. (2026)






