Rezension
Es hatte Jahrzehnte gedauert, bis der Songwriter und Sohn des großen Jim (Adrian James war noch nicht ganz zwei Jahre alt, als sein Vater verunglückte) in der Lage war, sich mit dessen Songs auseinanderzusetzen und sie zu singen. Er selbst empfand diese Zeit als heilsam (nachdem er 2018 den plötzlichen Tod seiner Frau, Mutter seiner beiden Kinder, zu verkraften hatte) – und ist nun endlich wieder selbst als Songwriter aktiv: Dies ist das erste Album mit eigenen Songs seit immerhin acht Jahren. Und es sind durchweg fabelhafte Songs. Das Covermotiv trügt insofern, als daß nach wie vor nicht die Gitarre, sondern das Klavier Croces Hauptinstrument ist, doch soll das Foto vermutlich eher für einen hohen Rock-Anteil stehen – und den gibt es hier fraglos. Soul auch, dafür ist die Stimme des jüngeren Croce ja bestens geeignet. Am Schluß gibt es dann aber doch noch ganz großes Balladenkino, im wunderbaren Duett „The Finest Line“ mit Margo Price. Ein Song, auf den auch Croce sr. mit Recht stolz gewesen wäre. (2025)