Joni Mitchell

Hejira

Label/AN:  Mobile Fidelity Sound Lab, UDSACD2275
Format:  Hybrid-SACD

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Rezension

[Text: Sieveking Sound]

„Joni Mitchell ist die einzige Künstlerin, die „Hejira“ hätte machen können“! Das sagte die legendäre Singer-Songwriterin Jahrzehnte nach der Veröffentlichung ihres legendären Albums. Das Werk, das vom Rolling Stone auf Platz 113 der größten Alben aller Zeiten gelistet wird, ist laut Mitchell eine Erzählung über ihre innere Unruhe in jener Zeit und soll gleichzeitig eine unkonventionelle Hommage an die Freiheit darstellen. Die meisten Songs wurden von Mitchell auf einer Reise quer durch die USA geschrieben, die sie kurz nach dem Ende ihrer Beziehung mit dem Schlagzeuger John Guerin angetreten hatte. Der Albumtitel bezieht sich auf die islamische „Hidschra“, die im Koran beschriebene Reise Mohammeds. Im Vergleich zu den vorherigen, Folk-lastigen Alben dominieren auf „Hejira“ die Jazz-Elemente – klanglich sicherlich geprägt durch den überragenden Bassisten Jaco Pastorius, der auf vier Tracks mitwirkte –, die den sparsamen, wunderschönen, meditativen Arrangements, dem schwebend-harmonischen Pop, sanften Rock und dem sensiblen Gesang Mitchells die musikalische Würze verleihen.

„Hejira“ ist zugleich beobachtend und persönlich, ausladend und inselhaft, fröhlich und ergreifend und umspannt ein Meer menschlicher Zustände und Gefühle. Es thematisiert das Abdriften, die Isolation, das Vergnügen, den Ort, die Zeit und die Umgebung – mit einem auffallend poetischen Diskurs. Die Kanadierin hat sich schon früher mit solchen Themen beschäftigt. Aber noch nie so wie auf „Hejira“, dessen befreiende Aura eine Ablehnung von Traditionen und bessere Alternativen suggerieren will. Die Musik selbst, ausgenommen die Crooner-Ballade „Blue Motel Room“, verzichtet dabei auf konventionelle Strukturen und Refrains. Natürlich stehen Mitchells intime Vocals und ihre abstrakten Gitarrenparts im Mittelpunkt, aber an der visionären Bandbreite des Gitarristen Larry Carlton und an Pastorius‘ bundlosem Bass führt auf „Hejira“ kein Weg vorbei: Beide Musiker fusionieren förmlich mit den Charakteristika der Songs, die oft wie aus dem Nichts zu entstehen scheinen.

„Hejira“ wurde kurz nach Release im Herbst 1976 mit Gold ausgezeichnet und erfährt durch die von den Originalbändern stammende Bearbeitung von Mobile Fidelity, erstmals die wohlverdiente audiophile Aufmerksamkeit: Die nummerierte Hybrid-SACD spielt mit beeindruckender Detailtreue, Tonalität, Unmittelbarkeit und Klarheit. Die referenzverdächtige Unmittelbarkeit, Luftigkeit und Präsenz lassen Mitchells dichte Wortketten, die bewusstseinsstromartige Phrasierung und vorwärts gerichtete Dynamik in einem transparenten Licht erscheinen. Auch die instrumentalen Beiträge ihrer hochkarätigen Begleitmusiker, zu denen die John Guerin, Max Bennett und Tom Scott sowie Neil Young, Victor Feldman und Abe Most gehören, kommen in hervorragender Klarheit und Dreidimensionalität zur Geltung. Die Die Hybrid-SACD-Version von „Hejira“ ist in einem Gatefold-Cover im Mini-LP-Stil untergebracht – einschließlich des ikonischen Album-Artworks.

 

Titel

1.    Coyote
2.    Amelia
3.    Furry Sings The Blues
4.    A Strange Boy
5.    Hejira
6.    Song For Sharon
7.    Black Crow
8.    Blue Motel Room
9.    Refuge Of The Roads

 

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