Rezension
Das dritte Album der iranisch-niederländischen Sängerin und Allround-Künstlerin wird polarisieren. Denn wer Sevda Alizadeh bislang für ihre Nähe zur Avantgarde liebte, wird diesmal enttäuscht: Pop und Latin-Dancefloor (Reggaeton insbesondere) regieren, die persischen Wurzeln sind zwar noch da, spielen aber eine weniger prägende Rolle. Von "Ausverkauf" sprechen sollte man aber keineswegs: Zum einen sind da immer noch Sevdalizas Texte, immer wieder schmerzhafte Tritte gegen das Patriarchat, zum anderen ist sie in dem, was sie hier tut, erwartungsgemäß richtig gut: Denn daß sie charttauglichen Pop quasi aus dem Ärmel schütteln könnte, war ihren ersten beiden Alben durchaus anzumerken. Hier tut sie es, und besseren Stoff wird man dieser Tage nur selten auf den Tanzflächen der Welt zu hören bekommen… (2025)





