Joe Harriott Quintet

High Spirits

Label/AN:  Fontana, 5780421
Format:  LP 180g

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Rezension

Für Originalpressungen (Columbia 33SX1692) dieses Schatzes sind auch schon über 3.000 Euro berappt worden. Die Band, die das Album einspielte, war eine der besten Britanniens und zu diesem Zeitpunkt wohl auch die bedeutendste. Der gebürtige Jamaikaner Joe Harriott (seit Anfang der 1950er in London lebend) hatte unabhängig von US-Kollegen den Free Jazz entwickelt (er nannte es "free-form music); die mit dem Trompeter Shake Keane, Pianist Pat Smythe, Bassist Coleridge Goode und Drummer Phil Seamen eingespielten Alben "Free Form" (1960), "Abstract" und "Movement" (beide 1963) waren echte Meilensteine der Avantgarde. Ganz anders aber gab das Ensemble sich auf seinem vierten und leider letzten gemeinsamen Album: "High Spirits" enthält Jazz-Bearbeitungen von Songs des gleichnamigen, damals neuen Broadway-Musicals und kann mit Recht als Straight-Ahead-Jazz klassifiziert werden. Doch auch wenn sich die Erneuerer hier ungewohnt konventionell geben (kann man ja machen, wenn man schon alles bewiesen hat), so hört man doch in jedem Ton die sagenhafte Klasse des Ensembles und der einzelnen Musiker; "Delikatesse" ist das Stichwort – gleich, ob man sich etwa auf Keanes elegante Soli, Smythes (der die Arrangements schrieb) feinsinniges Klavierspiel oder auf Seamans transparentes Drumming konzentriert. Das Original-Material (von Hugh Martin und Timothy Gray) wird von diesen Bearbeitungen jedenfalls weit überstrahlt. – Reissue aus der British Jazz Explosion-Reihe, analoges Mastering aus den Abbey Road Studios. (1965/2026)

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