Rezension
Es ist fürwahr erstaunlich, daß die deutlich späteren Ausflüge in die brasilianische Musik von Charly Byrd und Stan Getz in so ziemlich jeder Jazz-Sammlung stehen, die ihnen den Boden bereitenden (und sicherlich genauso schönen!) Alben von Bud Shank aber heute so gut wie unbekannt sind. Shank hatte erstmals im Jahre 1953 (da gab es die Bossa Nova noch gar nicht) mit dem fast 10 Jahre älteren brasilianischen Gitarren-Meister Laurindo Almeida zusammengearbeitet; im März 1958 lud er ihn erneut zur Session, diesmal mit Bassist Gary Peacock (!) und Chuck Flores am Schlagzeug. Bossa gab es inzwischen, aber den Film "Black Orpheus", durch dessen Soundtrack die "Welle" zum internationalen Phänomen wurde, noch nicht. Unter diesem Aspekt kann man diese Verschmelzung von Cool Jazz und Samba durchaus als Avantgarde bezeichnen. Die freilich selten so unmittelbar einnehmend und charmant daherkommt wie hier… Wunderbar, daß sich endlich ein HQ-Label dieses Repertoireschatzes (ursprünglich auf dem World Pacific-Label erschienen) angenommen hat! (1959/2026)






