Rezension
Die Band hatte sich nach zwei turbulenten Jahren (in denen die Auflösung durchaus auch zur Debatte gestanden hatte) komplett neu orientiert: Vom krachigen Keller-Rock'n'Roll hatte der BRMC sich verabschiedet. "Howl" stand im Zeichen uramerikanischer Roots-Musik: Country, Blues, Soul, Gospel. Akustisches Picking statt aufgedrehter Verzerrer. Nach zwei ziemlich lauten Platten, die allen einen Haufen Spaß gemacht haben, war das hier so etwas wie das Reifezeugnis: Der Beweis, daß die Band noch weit mehr Potential hatte als bislang geahnt. Wobei diese neue musikalische Orientierung die Fans der ersten Stunde keineswegs verprellte – "Howl" ist eine nicht weniger intensive Hörerfahrung als die beiden Vorgänger. Und um den Rock'n'Roll zu verstehen, sollte man seine Vorfahren kennen. BRMC demonstrierten hier nicht nur ihre Vertrautheit mit diesen Wurzeln, sondern auch ihr Wissen darum, wie lebendig sie immer noch sind. Und wie wichtig für alles, was danach kommt. – Etwas verspätete 20th Anniversary-Ausgabe, neu in den Abbey Road-Studios gemastert von Sean Magee! (2005/2026)






