Rezension
Wer sich an diese Band erinnert, hat sich vor einem guten Vierteljahrhundert offenbar etwas intensiver mit der Chicagoer Post Rock-Szene befasst, denn die beiden LPs (1998 bzw. 2001 erschienen) der Formation aus u.a. den Tortoise-Gründungsmitgliedern Bundy K. Brown und Doug McCombs sowie Chris Brokaw (Come, Codeine) blieben auch damals unter dem Radar. Was im Grunde kein Wunder ist, denn die Pullman-Musik ist schwer zu fassen. Näher am Folk als an Rock oder Jazz, geht es nicht um Melodien, um Themen, sondern um Sounds, Atmosphäre, Stimmungen. Es ist eine Musik jenseits von Zeit und Raum, weswegen die 25 Jahre seit dem letzten Album auch völlig unerheblich sind; dieser Faden läßt sich jederzeit, auch nach Dekaden, wieder aufnehmen. Wobei man feststellen wird, daß der Pullman-Sound heute noch abstrakter wirkt als zuletzt, noch weniger "greifbar". Was der Faszinationskraft aber keinen Abbruch tut: Wer sich auf diese Musik einläßt, wird ihre Sogkraft zwar nicht wirklich spüren (das geschieht hier nämlich unbewußt), aber mit Sicherheit erleben – und sich am Ende einer Seite (hier bräuchte man jemanden, der einem lautlos die Platte umdreht) verwundert die Augen reiben… (2026)





