Rezension
Wiewohl der jahrzehntelange Heroinkonsum die Gesundheit des Trompeters stark angegriffen hatte und er zudem durch eine erblich bedingte Netzhautdegeneration praktisch blind war, war seine Energie und Kreativität ungebrochen, sobald er eine Bühne oder ein Studio betrat. Die hier dokumentierte Session war seine drittletzte als Leader, sie fand im Februar 1987 in Zürich statt. Mit dabei sind die Kanadier Fred Henke (Klavier) und Neil Swainson (Bass) sowie der junge österreichische Drummer Alex Deutsch, dessen fordernder Groove Shaw offenbar zu Höchstleistungen inspirierte: Wie selbstverständlich kommen die spektakulärsten Läufe aus seinem Instrument, der Ideenfluß ist beeindruckend. Das Idiom ist (im Gegensatz zu etlichen seiner Aufnahmen aus den 70ern) hier wieder beinahe klassischer Bop – wobei Shaw und seine junge Mannschaft klar belegen, daß dessen Geschichte noch lange nicht auserzählt war! – Die auf 45 UPM geschnittene Neuausgabe auf grünem Vinyl ist die erste Analogversion mit allen sieben Tracks! (1989, rec. 1987/2026)





