Rezension
Der Begriff "Americana" greift hier wohl zu kurz. Sicher, da sind deutliche Folk- und Country-Anklänge, auch Laurel Canyon-Verweise (wobei Meg Lui auf der anderen Seite des Landes lebt, in den Catskill Mountains) – aber da ist auch ein starkes surreales Element, eine Weirdness in den Texten wie der Musik selbst, die dann fast an britischen Art Pop denken läßt. Bislang war die Songwriterin vor allem als Background-Sängerin für andere tätig, Sufjan Stevens etwa – der ihr Debüt nun auch produzierte und diesen merkwürdigen Liedern zauberhafte Arrangements auf den Leib schrieb. Es ist ein Album, das faszinierend mühelos zwischen den Stilen oszilliert (Chanson und Dream Pop sind weitere Bestandteile, es gibt so viele mehr) und daher in keine Schublade paßt – dabei aber alles andere als schwer zugänglich ist: Zum einen ist da Luis sehr angenehme Stimme, zum anderen nehmen ihre Melodien zwar nicht immer die angenommene Wendung, sind aber letztlich doch schlüssig. Rolling Stone-Redakteur Max Gösche vergab für ihn höchst seltene viereinhalb Sterne und nannte das Album das Americana-Debüt des Jahres. Mit der Einschränkung, daß wir auch nach mehrmaligem Hören immer noch nicht wissen, ob dies Americana ist, hat er womöglich Recht. Zumindest hängt dieses Album die Meßlatte sehr hoch! (2026)






