Rezension
Wie der Titel schon sagt: Dieses ursprünglich 1972 auf RCA erschienene Album ist eine sehr ruhige, intime Angelegenheit. Nachdem seine ersten beiden LPs auf dem Majorlabel, bei dem er 1970 einen Vertrag für drei Alben unterschrieben hatte, nicht den erhofften kommerziellen Erfolg gebracht hatten und bereits ziemlich klar war, daß der Vertrag nicht verlängert werden würde, entschied der Gitarrist sich, bei dem verbleibenden Album keine Kompromisse einzugehen und ganz schlicht eine Solo-LP aufzunehmen. Das Ergebnis verkaufte sich erwartungsgemäß erst recht nicht (weswegen Originale so selten wie teuer sind), gilt aber längst und mit Recht nicht nur als eine der zwei oder drei höchsten Gipfel in Bonfás ganzer langer Diskographie, sondern als eines der bedeutendsten und schönsten Zeugnisse brasilianischer Gitarrenkunst überhaupt. Bonfá spielt Spanische Gitarre, ein elektrisches Instrument und eine speziell für ihn gebaute Zwölfsaitige, teils per Overdub auch gleichzeitig; er belehnt mal die französischen Impressionisten, mal zitiert er andere Meister wie Django Reinhard oder Charlie Byrd; vor allem aber läßt er die Gitarre singen, weinen, sprechen, wie man es nur selten erlebt. – Dies ist die erste offizielle Vinylausgabe seit der gesuchten Originalpressung; Vorbestellung ist daher wohl ratsam… (1972/2026)





