Rezension
1975 erschien endlich ein Doppelalbum, das eine diskographische Lücke füllte – nämlich die zweier Sessions vom September 1965 und vom April 1966, die beide schon Katalognummern zugeteilt bekommen hatten (BLP 4223 bzw. 4236), dann aber doch für über eine Dekade archiviert wurden. Die zweite (mit Pianist Larry Willis, Don Moore am Bass und Jack DeJohnette) wartet immer noch auf eine Einzelveröffentlichung; die erste mit Willis, DeJohnette, Bassist Larry Ridley und alternierend den Trompetern Lee Morgan und Charles Tolliver (!) erhielt 2002 immerhin eine CD-Edition. Dies ist nun die erste Vinyl-Einzelausgabe, die erste in gebührender Qualität sowieso. Daß die darauf zu hörende Musik absolut bemerkenswert ist und das Album anstelle seines Geheimtip-Daseins absolut Klassikerstatus verdient hätte, kann man sich anhand der Besetzung denken. Tolliver steuerte den Titeltrack ebenso bei wie den zwölfminütigen Opener "On The Nile", ein Höhepunkt des modalen Jazz, der das Album schon allein in die erste Reihe schiebt. Ein weiteres Glanzlicht ist die Advanced Bop-Nummer "Climax", geschrieben von DeJohnette; das stimmungsvolle "Soft Blue" stammt von Lee Morgan; McLean selbst schrieb das abschließende "Blue Fable". – Die Vinylpremiere als Einzelausgabe erhielt ein neues Artwork. (2002, rec. 1965/2025)