Roedelius

Jardin au fou

Label/AN:  Bureau B, BB23
Format:  LP 180g

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Rezension

Hans Joachim Roedelius’ Soloarbeiten – dies ist eine seiner frühesten (und seltensten) – stießen viele Cluster- und Harmonia-Anhänger zunächst vor den Kopf, so sehr unterschieden sie sich von den Band-Werken. Oder überhaupt von dem, was man so unter Krautrock versammelte. Deutlich wurde vor allem, wofür Roedelius innerhalb dieser Bands zuständig war – ganz gewiß nämlich nicht: für den Rock! Asmus Tietchens knapper, doch hilfreicher begleitender Kommentar auf dem Innencover dieser Reissue beschreibt Roedelius’ Musik treffend als romantisch, zum Teil (in der Konsequenz und Logik ihres Aufbaus) gar als barock. Roedelius verwendete keine Rhythmusinstrumente, das Klanggerüst seines “Narrengartens” besteht überwiegend aus Tasten: Konzertflügel, Orgel, analoge Keyboards. Damit zaubert er Märchenlandschaften, die oberflächlich betrachtet naiv wirken können, im Grunde aber beinahe so weit vorne waren wie die Ambient-Pionierarbeiten des geschätzten Kollegen Brian Eno – nur sehr viel melodischer… Aufgenommen wurde die LP zwar in Berlin in den Paragon-Studios von Ex-Tangerine Dream Peter Baumann, doch handelte es sich um eine Auftragsarbeit des französischen Spezialisten-Labels EGG – außerhalb Frankreichs wurde die LP nicht vertrieben (was ihren Raritätenstatus erklärt). Die hervorragend gefertigte (und gemasterte!) Wiederauflage von bureau b macht die Suche nach Originalen (vom reinen Sammleraspekt abgesehen) jedoch recht überflüssig. (1979/2009)