Rezension
George Gruntz' 1964er Klassiker "Jazz Goes Baroque" lotete einst die Möglichkeiten der Verschmelzung von Jazz und Barockmusik (bzw. deren direkte Verwandtschaft) aus. Der Auftritt des Pianisten Bernd Lhotzky (hier wie damals Gruntz natürlich am Cembalo) im Rahmen der "Jazz at BP"-Konzertreihe war eine direkte Hommage an jenen Meilenstein. Emile Parisien (hier ausschließlich am Sopransaxophon), Flötist Frédéric Couderc, Henning Sieverts an Cello und Kontrabass sowie Drummer Eric Schaefer teilten mit Lhotzky die Bühne – und waren ebenso spannend und unterhaltsam wie einst das erlesene Gruntz-Quintett mit Klaus Doldinger, Emil Mangelsdorff, Peter Trunk und Klaus Weiss! Durchaus hört man dabei auch die sechs seither vergangenen Dekaden an Jazzgeschichte: Was hier geschieht, geht dann doch weit über die Verbeugung vor dem Original hinaus. Und wenn die Geister der alten Meister von Couperin und Charpentier über Vivaldi und Corelli bis Bach und Händel zugegen gewesen sin sollten, werden sie ebenso viel Freude an diesem polyphonen Fest gehabt haben wie das anwesende Publikum! (2026)






