Rezension
"Al-Fatiha" vom Black Unity Trio, erschienen 1969 auf dem Clevelander Kleinlabel Salaam Records, ist eine dieser Deep Jazz-Raritäten, für das mehrere sehr große Geldscheine fällig sind – falls man überhaupt ein Exemplar angeboten bekommt. Das einzige Solo-Album das Black Unity-Saxophonisten Yosef Mumin Phillips wäre vermutlich nicht günstiger zu haben, allein – es kam niemals heraus. Man weiß auch nicht, wann genau es aufgenommen wurde, es muß um das Jahr 1970 gewesen sein. Abgesehen vom Schlagzeug (ein gewisser William Holmes) spielt Mumin alle Instrumente selbst: Saxophone (Alt und Tenor), Flöte, Cello und Bass. Sein Jazz-Entwurf ist visionär, afrikanische Rhythmen und Voodoo-Grooves liegen unter den Improvisationen, Cello und Flöte sorgen für spannende Klangfarben – was Mumin aus seinen Saxophonen insbesondere im die zweite Seite füllenden "Diaspora Impressionism" herausholt, ist freilich auch schon aufregend genug! Mal wirkt seine Musik primitiv-tribalistisch (aber immer mit nachgerade unheimlichen Unterströmungen), mal ist sie hochkomplex. Ein ganz erstaunlicher Fund, der einmal mehr zeigt, daß es im Jazz-Underground des Cleveland jener Jahre neben Albert Ayler noch eine ganze Menge mehr zu entdecken gilt! (2025, rec. ca. 1970)






