Rezension
Als ihr Albumdebüt endlich erschien, war die große Shouterin schon über 40. Sie hatte allerdings ihrer Karriere auch erst mit etwa 30 begonnen, als sie begann, in den Clubs ihrer neuen Heimat Chicago (sie stammte aus Tennessee) den Blues zu singen. Da hörte sie dann eines Tages Willie Dixon, der ihr zunächst mehr und größere Auftritte organisierte. Sie nahm zwei Singles für lokale Labels auf, bevor Dixon sie dann zu Chess (bzw. der direkten Tochter Checker) holte, wo sie als erstes den Howlin' Wolf-Song "Wang Dang Doodle" aufnahm. Die Single wurde für Black Blues-Verhältnisse ein Smash Hit, kam sogar bis Platz 58 der Pop-Charts. Bis zu diesem Album vergingen dann noch einmal drei gut Jahre, es ist aus mehreren Sessions der Jahre 1965 bis 1969 zusammengestellt – daher auch stilistisch divers, zwischen klassischem Chicago Blues (besagter Hit und andere frühe Tracks) und der eher souligen Variante, die Ende des Jahrzehnts en vogue war – in der Taylor aber eine ebenso eindrucksvolle Performance hinlegt. Die Energie, die sie ausstrahlt, beeindruckt noch heute, und mit solchem Druck und solcher Präsenz wie hier kam sie wohl noch nie aus den Lautsprechern! (1969/2026)




