Rezension
Offenbar ist dem 72jährigen Soul Blues-Veteranen (man kann ihn als das fehlende Glied zwischen Eric Burdon und Boz Scaggs bezeichnen, auch wenn er nie die internationale Berühmtheit der Kollegen erreicht hat) aufgefallen, daß es kein offizielles Live-Zeugnis von ihm gibt – bei einem Sänger von solcher Bühnenpräsenz wahrlich ein Unding! Also änderte er den Mißstand, solange er noch mit voller Kraft performen konnte; daß das Leben zerbrechlich und kurz sein kann, mußte er durch eine Leberkrebs-Diagnose anno 2005 erfahren. Am 5. April 2025 stand er also mit voller Band, darunter eine Bläser-Sektion der Tower Of Power-Liga und drei Backgroundsängerinnen, auf der Bühne des Triple Door-Clubs in Seattle, das Band lief mit. Offenbar ein besseres als das auf dem Cover abgebildete, denn die Klangqualität ist auf demselben Spitzenniveau wie die musikalische! Das Programm bestand natürlich aus Klassikern aus Salgados Backkatalog, von "Wiggle Outta This" und "Sing My Song" über "Sweet Jesus Buddha The Doctor", "Money Must Think I'm Dead", "Clean Getaway", "I Don't Wanna Discuss It" und "A Woman Or The Blues" bis "Fine With Me". Ein Live-Album, wie man es sich von diesem großartigen Sänger kaum besser hätte wünschen können. (2026)






