Rezension
4 Non Blondes haben nur ein einziges Album aufgenommen, aber Linda Perry wird wohl immer die 4 Non Blondes-Sängerin bleiben, obwohl sie ja seither nicht nur eine Solo-Karriere, sondern auch eine als Produzentin und Songwriterin für andere aufgebaut hat – zu ihren Klienten gehören immerhin etwa Pink, Courtney Love, Christina Aguilera, Miley Cyrus oder Gwen Stefani. Vielleicht ändert sich das mit diesem tatsächlich erst vierten Soloalbum, das nicht nur aufgrund seines schieren Umfangs als Großwerk bezeichnet werden muß. Daß eine echte Songwriting-Koryphäe am Werk ist, spürt man sofort; natürlich macht sich auch Perrys Erfahrung als Produzentin bemerkbar: Die Arrangements sind perfekt, alles ist präzise formuliert und gestaltet – anders als bei ihren Auftragsarbeiten sind hier die Oberflächen aber deutlich rauer, passend zu ihrer Stimme. Besonders bemerkbar macht sich das in "Beautiful", jenem 2002er Monsterhit, den sie für Aguilera schuf und der sich auch mit ungezählten Karaokebar-Versionen nicht töten läßt – und den Perrys eigene Version nun neu definiert. Er fügt sich nahtlos in ein Album ein, das auch eine Art Lebensrückschau ist – auf eine Biographie, die offenbar doch nicht immer so glatt und glänzend verlief, wie man annahm. Es ist Perrys stärkstes künstlerisches Statement bislang. 4 Non Blondes eingeschlossen. – Graues Vinyl. (2026)






