Rezension
Lange galt das noch zu Lebzeiten des großen Sängers veröffentlichte "Live At The Copa" als dessen definitives Live-Vermächtnis. Ohne Frage ist's eine wichtige und wunderbare Platte – doch dokumentiert sie zwar den genialen Entertainer Sam Cooke, nicht aber den Soul-Sänger, der ein ganzes Genre begründete. Der bekam sein Denkmal unbegreiflicherweise erst 1985, als dieses 1963er Harlem-Konzert erstmals erschien. Cooke spielte hier vor seinem (schwarzen) Stammpublikum und mußte seine Musik nicht für den weißen Mittelstandsgeschmack verharmlosen. An seiner Seite: King Curtis nebst Band sowie mit Gitarrist Cliff White und Drummer Albert "June" Gardner zwei Top-Leute aus seiner eigenen regulären Tourband. Was hier auf der Bühne passiert, ist hochexplosiver Stoff und hat mit dem sanften Balladier, als der Cooke in Erinnerung geblieben ist, wenig gemein: Seine Liveauftritte hatten locker dieselbe Sprengkraft wie die des jungen James Brown, und mit dessen erstem Apollo-Konzert kann dieses Album auch locker mithalten. "Night Beat", praktisch das Gegenteil dieser LP, bleibt seine größte künstlerische Leistung – aber dies hier belegt sehr eindrucksvoll, was dieser Sam Cooke wirklich war: The man who invented Soul, nichts weniger. Die Music On Vinyl-Neuedition folgt dem (deutlich überlegenen) 2000er Mastering – und hat im Gegensatz zur 1985er Erstausgabe auch endlich ein angemessenes Covermotiv! A must! (1985/2026)






