Rezension
Die besondere Magie des Ortes wirkt ungebrochen. Selbst auf jemanden, dem die Kreativität aus allen Poren tropft, wie es beim hier 26jährigen Saxophon-Magier Immanuel Wilkins der Fall ist. Die beiden Shows, die er im Mai 2025 (dem Monat, in dem der legendäre New Yorker Club seinen 90. Geburtstag feierte!) im Village Vanguard spielte, waren jedenfalls echte Jazz-Erlebnisse, das Quartett mit Pianist Micah Thomas, Bassist Ryoma Takenaga und Drummer Kweku Sumbry muß sich hinter wirklich keiner Formation, die je auf dieser Bühne dokumentiert wurde, verstecken. Berstend vor Energie und Spielfreude etwa in "Warriors", aber höchst sensibel aufeinander hörend und reagierend in der atemberaubend schönen Ballade mit dem profanen Titel "Composition 2". Grandios auch die Version von Alice Coltranes "Charanam", das hier die Basis für 18 Minuten sich stetig steigernde, schließlich nachgerade ekstatische Improvisation ist. Nach dem noch einmal zwei Minuten längeren "Eternal" taucht man dann wieder auf wie aus einer Trance. Und hofft, daß die bislang nur als Stream angekündigten Teile Zwei und Drei irgendwann dann auch noch ihren Weg auf Vinyl finden. Wäre ja z.B. ein schönes Record Store Day-Thema… (2026




