Rezension
Eine dieser Liveplatten, bei denen man am Anfangsapplaus schon hört: Das wird gut, richtig gut! Und wenn dann die Band einsetzt, das Schlagzeug richtig loslegt, einem David "Fathead" Newmans Tenorsax so präsent ins Gesicht bläst, daß man den Luftzug zu spüren meint, dann ist es sogar noch besser als erwartet. Wally Heider hieß der Tonmeister, dem man für diese Glanzleistung ein Denkmal errichten möchte. Von der Performance wollen wir gar nicht reden: Die sechs Minuten "I Gotta Woman" mit Rays sagenhaftem Gospel-Intro wären Grund genug, das Album in die Abteilung "Basisrepertoire" zu stellen, aber das ist ja erst der Anfang. "Margie", "You Don't Know Me", "Don't Set Me Free" sind in kaum übertrefflichen Versionen da (die für die Charles-Band des Jahres 1964 letztlich Alltagsgeschäft waren – unglaublich genug…); ein furioses "What'd I Say" führt ins Finale, das in seiner Absurdität den Hörer eigenwillig, aber behutsam wieder auf den Boden zurückbringt. – 2011 erschien erstmals eine erweiterte Form mit dem vollständigen Konzert auf CD, mit sieben zusätzlichen Tracks – endlich gibt es nun auch eine Vinylversion davon, neu gemastert vom mehrfach Grammy-ausgezeichneten Toningenieur Michael Graves! (1965/2026)






