Rezension
Was diese Europa-Tour des "Second Great Quintet" bedeutet hatte, läßt sich heute nur schwer vorstellen. Man halte sich aber vor Augen, daß dieses Ensemble, das den Jazz auf ein neues Level hob, bis dato noch nicht dokumentiert war: Wer diese Konzerte besuchte, erlebte echtes Neuland. Legendär ist der Auftritt bei den Berliner Jazztagen am 25. September 1964 – das resultierende Album "Miles In Berlin" war dann die erste Schallplattenaufnahme des Quintetts mit Hancock, Shorter, Carter und dem blutjungen Tony Williams, ganze 20 Jahre jünger als der Bandleader. Hier ist der Mitschnitt allerdings nicht nur in der klanglich überlegenen ursprünglichen Mono-Version zu hören, sondern vor allem erstmals komplett auf Vinyl, mit allen sechs Tracks! Ergänzt wird das Album um vier Tracks aus dem Helsinki-Konzert elf Tage später, selbstredend ebenfalls vom Original-Rundfunk-Masterband und klanglich den bisherigen (inoffiziellen) Versionen entsprechend deutlich überlegen, zumal von Kevin Grey für Vinyl optimiert. Auch hier kann man diese sagenhafte Band im freien Flug erleben, sich ihrer Schlüsselstellung in der Jazzgeschichte absolut bewußt und vibrierend vor Energie! – Auch die "reguläre" Black Vinyl-Ausgabe ist limitiert; 4000 Exemplare wurden gefertigt. Angesichts der Repertoirewerts gar nicht so viel… (2026)






