Rezension
Nicht bloß zufällig ist die Wiederverwendung des kompletten Bandnamens nach über 40 Jahren: Dies ist sozusagen die Einlösung des Versprechens, das die ersten beiden Alben einst gegeben hatten, und Kevin Rowland weiß es. Solch wunderbare Songs hat er seit 1982 nicht geschrieben (viele sehr gute, ja, aber kaum solche), sie bestehen aus feinstem britischen Pop, viel Soul und gelegentlich etwas Disco, sie sind gespickt mit euphorisierenden Melodien, verziert mit jubilierenden Streichern – und der 72jährige Rowland singt wie ein junger Gott. Damals in den 80ern hatte er keine Lust gehabt, die Erwartungen zu füllen und ein zweites "Come On Eileen" zu schreiben; er ließ damals viel Zeit verstreichen und präsentierte dann ein (immer noch unterschätztes) Album, das ganz anders klang als die beiden Vorgänger, was ihn letztlich die Star-Karriere kostete. Jetzt befand er die Zeit wohl endlich reif dafür. Man ahnte, daß es noch in ihm war – jetzt ist es da, und es ist sensationell gut. Ein nicht unbeträchtlicher Wermutstropfen freilich ist Rowlands Äußerung, es fühle sich für ihn wie ein letztes Album an. Sollte der 72jährige das ernst meinen, so ist das zwar bedauerlich – man kann aber immerhin feststellen, daß seine Diskgraphie so glorreich endete, wie sie begann! (2026)





