Rezension
Es fiel noch nie so recht auf, aber Stella Donnelly macht eigentlich Winterplatten; tatsächlich hat sie auch noch nie ein Album im Sommer veröffentlicht, vielleicht kein Zufall. Auch "Love und Fortune" fühlt sich so an, als befinde man sich an einem kalten Tag im Warmen und schaute etwas melancholisch aus dem Fenster. Die Instrumentierung ist reduziert, manchmal fast abwesend, "Baths" singt Donnelly fast a capella, das hat dann schon beinahe etwas Sakrales. Das Cover-Artwork mit dem Schwimmbad-Motiv mag dazu auf den ersten Blick nicht passen, hat aber seine eigene Bedeutung: Da sitzt eine Frau am Beckenrand und ist offensichtlich unschlüssig, ob sie ins Wasser will oder nicht. Donnelly wäre nach der Tour zu ihrem letzten Album (das passenderweise "Flood" hieß) fast aus der Musikwelt ausgestiegen und zögerte lange, bis sie mit den Aufnahmen zu "Love And Fortune" begann. Die Songs hätten sie aber nicht in Ruhe gelassen, sagt sie, und schließlich sprang sie doch – und schwamm. Deswegen fühlt sich das Album auch ein bißchen nach Befreiung an. Emotional eine gute, vor allem sehr angenehme Mischung. Es ist ihr bestes Album. (2025)





