Mischa Maisky

Meditation

Weitere Interpreten:  Mischa Maisky, Cello - Pavel Gililov, Klavier
Label/AN:  Clearaudio / Deutsche Grammophon, 4777637
Format:  LP 180g

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Rezension

Die ursprüngliche Idee war einfach ein Album mit Wiegenliedern für Maiskys neugeborene Tochter Lili. Dem Programm ist das auch nach wie vor anzumerken: Schumanns „Träumerei“, Faurés „Après un rêve“, Glucks „Reigen seliger Geister“, Brahms’ „Wiegenlied“; dazu etwa ein Händel-Larghetto, Rachmaninoffs „Vocalise“, ein Mendelssohnsches „Lied ohne Worte“ (übrigens das einzige Werk der Sammlung, das tatsächlich für Cello und Klavier geschrieben wurde) und Fritz Kreislers „Liebesleid“. Was Tonmeister Heinz Wildhagen dann in einem Reitstadel im oberpfälzischen Neumarkt aufgenommen hatte, schien aber sowohl den beteiligten Musikern wie dem Techniker etwas besonderes zu sein. Ganz erstaunlicherweise sah man das aber bei der Plattenfirma des Cellisten anders und lehnte das Projekt ab. Wildhagen und Maisky ließen aber nicht locker – und hoffentlich haben die Verantwortlichen der DGG ihnen das gebührend gedankt, denn was 1991 dann endlich auf CD erschien, wurde zu einem der stabilsten Bestseller auf dem Klassikmarkt. Zum Einschlafen vermutlich weniger verwendet als zum tief Durchatmen – oder einfach zum verzauberten Zuhören. Denn Maiskys Interpretationen von Cello-Bearbeitungen meist ungenannter Arrangeure (er hatte die Stücke vielfach aus den russischen Notenheften seiner Kindheit) sind von einem Einfühlungsvermögen, einer Zartheit, die süchtig macht. Streicheleinheiten für die Ohren und die Seele gleichermaßen, und das vollkommen frei von jedem Kitschgedanken. – Clearaudio hat nun, endlich, für eine Vinylversion dieses wunderbaren Albums gesorgt, das immerhin 13 der 18 (CD-Originalversionen) Miniaturen enthält. In ausgezeichnetem Mastering und verpackt in ein schmuckes Klappcover. (1991/2008)