Rezension
Die achte Veröffentlichung des Prestige-Sublabels ist ein echter Geheimtipp. Dem Prinzip der Serie entspricht das Programm gerade noch so; einzelne Nummern swingen schon recht herausfordernd. Und Abwechslung ist obendrein dadurch gegeben, daß Wess, der nicht nur ein ausgezeichneter Tenorman war, sondern auch einer der unterschätztesten Flötisten im Jazz, hier immer wieder die Instrumente tauscht. Schon die rare Alec Wilder-Ballade "It's So Peaceful In The Country" (Flöte), mit der das Album beginnt, ist von seltener Schönheit; das folgende "Rainy Afternoon" (Sax) ist fast schon Souljazz; im dezent latinisierten "Star Eyes" läßt Wess seine Flöte dann regelrecht tanzen. Durchweg begeistert auch die Eleganz und Leichtfüßigkeit des von Tommy Flanagan geleiteten Rhythmus-Trios (mit Bassist Eddie Jones und Drummer Bobby Donaldson)! Der vielleicht wunderbarste Track hier (wobei die Festlegung schwerfällt): "But Beautiful", eingeleitet von Flanagan allein am Klavier. Das darauf folgende Flötensolo zählt sicherlich zu den schönsten seiner Art und sollte auch die Herzen eingefleischter Free Jazz-Hörer rühren… (1961/2026)






