Rezension
Der amtierende Chef der New Yorker Met brachte doch ein wenig frischen Wind mit: Insbesondere die beiden Premieren von Komponistinnen setzten Zeichen. Wobei die "Sirenen-Lieder" der Österreicherin Josephine Weinlich (1848-1878) ja immerhin noch in die Strauß-Ära gehören, der "Rainbow Waltz" der lange übersehenen Afroamerikanerin Florence Price (1887-1953) aber schon fast eine Provokation war. Das Stück paßt aber bestens ins Programm – und man kann ja nicht immer nur die ollen Kamellen geben! Schon die Eröffnung mit der selten gehörten Johann Strauss jr.-Ouvertüre zu "Indigo und die 40 Räuber" ist ein Höhepunkt, ebenso der direkt folgende Ziehrer-Walzer "Donausagen". Auffällig ist der hohe Anteil an Uptempo-Nummern: Quadrille, Galopp und Polka sind stark vertreten; daß es dem Kanadier um Energie und Stimmung ging, konnte man dann auch im Radetzky-Marsch erleben, als er das Podium verließ und dirigierend ein Bad in der Menge nahm. Das Wiener Publikum liebte ihn, und sein bunter Auftritt hat sicher Spuren hinterlassen! (2026)






