Rezension
Nur nicht einfangen lassen vom Talent der japanisch-amerikanischen Songwriterin für anschmiegsame Melodien! Denn jederzeit können sich Abgründe auftun, sei es in musikalischer Form, wen ein lieblicher Song ins Experimentelle kippt oder plötzlich eine marodierende elektrische Gitarre das Idyll aufmischt; häufiger noch in textlicher Hinsicht, wenn man plötzlich bemerkt, daß es in einer kuscheligen Country-Ballade eigentlich ums Verlassenwerden geht. Wer Freude an Doppelbödigkeit hat, muß dieses Album lieben – zumal es ein echtes Vergnügen ist zu erleben, wie souverän Mitski auf der Pop-Klaviatur spielt und jedes Genre klingen lassen kann, als habe sie nie etwas anderes gemacht. Das mit dem "nicht einfangen lassen" wird übrigens nicht klappen: Manche Songs sind einfach zu süß und schön, um sich nicht hinzugeben. (2026)




