Rezension
Von Bescheidenheit zeugt der Name der neuen Band des Saxophon-Veteranen (73) nicht, wohl aber von Realitätssinn. Denn überragend ist dieses Ensemble fraglos. Da sind der einst durch seine Arbeit mit Archie Shepp bekannt gewordene panamesische Bassist Santi Deviano (70), der legendäre Living Colour-Drummer Will Calhoun (61), schließlich als jüngstes Bandmitglied Gitarrist Julian Lage, der mit Lovano erstmals 2019 auf einem Album von Trompeter Dave Douglas gearbeitet hatte. Noch wie ein gegenseitiges Abtasten wirkt die (dabei wunderschöne!) einleitende Version von Charlie Hadens "First Song" – was dann folgt, ist allerdings von überirdischer Qualität, ein stetes fließen von Ideen, quecksilbrig, polyphon, vibrierend – aber doch niemals aggressiv, sondern Wärme ausstrahlend, selbst in den aufgewühlteren Momenten ("Fanfare For Unity"). Gemeinsames Musikmachen auf einem Niveau, für das es kaum noch eine Meßlatte gibt. Lovano selbst sagt: "We've arrived at this unique place with this quartet – it's very special. It's a new thing." Sehr schlicht und unpathetisch formuliert, aber definitiv wahr. (2026)






