Rezension
Breit aufgestellt war der 1950 geborene amerikanische Singer/Songwriter mit kapverdischen Wurzeln schon immer, er kannte sich im Flamenco und im Fado bestens aus und im Blues sowieso; er spielte mit John Lee Hooker und T-Bone Walker. Später lernte er den tuwinischen Kehlgesang so überzeugend, daß er bei einer Reise in die ehemalige Sowjetrepublik (dokumentiert im Film "Genghis Blues") einen Gesangswettbewerb gewann. Das freilich lag hier noch in ferner Zukunft, zu Zeiten seines Debüts (und für viele Jahre leider einzigen Albums) eröffnete er Shows für die Mothers Of Invention oder The Grateful Dead. Auch dieses Album ist von erstaunlicher Vielfalt: Hier Cosmic American Music im Sinne Gram Parsons (mit fabelhafter Pedal Steel von Jeff Baxter!), dort denkt man an Van Morrisons frühe Solo-Alben; Southern Soul bringt Pena ebenso überzeugend wie klassischen Westcoast-Sound. Die Kritiker waren sehr angetan, doch die Verkaufszahlen waren mau, sein überragendes zweites Album (es erschien dann im Jahre 2000) wollte sein Label dann gar nicht mehr veröffentlichen, da zu unkommerziell – was Penos musikalische Karriere bis auf weiteres beendete. (Immerhin kam ein Song davon, "Jet Airliner", auf Umwegen Steve Miller zu Ohren, der ihn bekanntlich mit einigem Erfolg aufnahm – die Tantiemen sicherten Pena über Jahre die Existenz!). Ein immer wieder verblüffendes Meisterwerk, für Originalpressungen muß man tief in die Tasche greifen. Auf eine Vinyl-Neuausgabe wartet man schon lange… (1972/2026)






