Rezension
Nach ihrer Aufnahme der viel zu wenig bekannten Nocturnes von John Field überrascht die Pianistin abermals: Sie arrangierte selbst Werke des 2018 verstorbenen isländischen Komponisten Jóhann Jóhannsson für Solo-Klavier, wodurch deren ohnedies schon intimer und minimalistischer Charakter noch betont wird. Umso mehr, als daß Ott für die Aufnahme (in Rejkjavik!) keinen Flügel wählte, sondern ein altes Standklavier, das zusätzlich gedämpft und dann sehr nah mikrophoniert wurde, so daß außer dieser so einfach wirkenden und doch so erstaunlich tiefen Musik für den Moment wirklich nichts anderes zu existieren scheint. Ott, eine Künstlerin, die bekanntlich jederzeit schwierigste Liszt-Passagen scheinbar aus dem Handgelenk schütteln kann, hat mit diesem Album, auf dem jeder einzelne Ton eine Hauptrolle spielt, nicht nur ein Statement gesetzt, sondern dem Komponisten Jóhannsson ein Denkmal errichtet, das seine musikalische Vision vielleicht deutlicher macht als alle bisherigen Aufnahmen, einschließlich seiner eigenen… – Wahlweise auf schwarzem oder klarem Vinyl. (2026)






