Rezension
Sie kennen sich seit den frühen Tagen ihrer Karrieren, begegneten sich auch schon mehrmals auf Schallplatte (Fortner spielte etwa auf Crokers 2014er Album "Afro Physicist" Keyboard). Dieses Album ist dennoch eine Premiere: Ein reines Duo, nur Klavier (ohne Strom: ein analoger Flügel!) und Trompete. Somit ist es fast überflüssig zu sagen, daß es ein derartiges Album in der Diskographie des Jazz-Erneuerers Croker bislang nicht gibt: Keinerlei Elektronik, nur die beiden Instrumente, im intimen, aber durchaus intensiven Dialog miteinander. Daß beide zu den bedeutendsten Stimmen im aktuellen Jazz zählen, hört man dennoch sehr schnell, denn die entstehenden Klangfarben und Schattierungen sind recht einzigartig. Dem nun existierenden Album ging übrigens ein gänzlich anderes voraus; eines mit Standards des Great American Songbook. Doch als es fertig war, verwarfen die beiden Musiker es: Es enthielt ihrer Meinung nach zu wenig, was nicht schon gesagt war. Also wurde das Konzept geändert: Nach vorheriger grober Absprache, einer Art kompositorischer Skizze, wurde einfach – gespielt. Um eine Musik zu erschaffen, die, in Fortners Worten, "the entire spectrum of Black American sound – the church, the blues, the avant-garde, the street" reflektieren soll… Man ist geneigt zu sagen: es hat geklappt. (2025)




