Rezension
Einer der größten Hits im Chesky-Katalog ebenso wie in der Diskographie des Irakere-Saxophonisten, der anno 1996 mit Ende 40 längst eine echte Ikone der kubanischen Musik war. Das Konzept war ungewöhnlich für ihn: Keine überschaubare Combo, die maximale improvisatorische Freiheit bietet, sondern kunstvoll ausgearbeitete Big Band-Arrangements von Carlos Franzetti. Wer da an "Sketches Of Spain" dachte, lag durchaus nicht daneben: Der Miles Davis / Gil Evans-Überklassiker ist ein naher Verwandter, der Hauptunterschied liegt weniger im Solo-Instrument (Saxophon statt Trompete), sondern in den kubanischen Grooves. In herrlichen Klangfarben schwelgen kann man freilich hier wie dort! Und wenn die Musik der großen Karibik-Insel auch erst im Folgejahr durch ein ganz anderes Album die Welt erobern sollte, so bereitete das immerhin Grammy-prämierte "Portraits Of Cuba" gewiß einigen Boden. Nach fast drei Jahrzehnten darf man sich endlich über eine Vinyl-Ausgabe freuen! (1996/2026)





