Rezension
Klassikhörer – selbst solche, die etwa Max Richters "Vivaldi Recomposed" durchaus schätzen – müssen jetzt stark sein. Denn der französische Elektronik-Produzent, Komponist und zuletzt musikalischer Leiter der Olympischen Spiele in Paris geht sehr weit in seinem Umgang mit Ravels Themen, und auch, wenn man nicht wirklich sagen kann, er habe dessen Musik "verpopt", so wird man das Album doch kaum zwischen Lekeu und Leoncavallo ins Klassikregal stellen wollen. Spannend ist es dennoch, schon der Beginn mit einem "Boléro" ohne Percussion, dafür Soundflächen und ein Gesangs-Gastbeitrag der französischen Elektropop-Sängerin Rahim Redcar (a.k.a. Christine And The Queens) fasziniert durchaus. Andernorts mischt Le Masne konventionelles Klassik-Instrumentarium und Elektronik mit verblüffenden Effekten, so etwa in "Jeux d'eaux". Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber keineswegs banal und auf jeden Fall der näheren Beschäftigung wert. Wo auch immer man es dann einsortieren mag. (2025)






