Rezension
Als Sohn des Swing-Posaunisten (und Vibraphonisten) Tyree Glenn (der etwa bei Ellington und Calloway gespielt hatte) war für Roger Glenn der Jazz von Geburt an um ihn. Er selbst wählte als Hauptinstrument die Querflöte, beherrschte aber auch Oboe, Klarinette und Saxophon, und mit dem väterlichen Zweitinstrument konnte er ebenfalls umgehen (hört man hier auch). Nachdem er sich in der Band von Mongo Santamaria erste Sporen verdient hatte, heuerte er bei Donald Byrd an und tauchte tief in den Jazz-Funk ein. Dabei lernte er auch die Mizell-Brüder Larry und Fonce kennen, die man aufgrund ihrer prägenden Produzententätigkeit für einige der grundlegenden LPs des neuen Sounds (darunter eben auch die Byrd-Meilensteine "Black Byrd" und "Street Lady") gerne und zu Recht als dessen Architekten bezeichnet. Sie stehen auch hinter Glenns bis 2025 einzigem Soloalbum, auf dem dieser seine Vergangenheit einerseits im Latin-, andererseits im Funk Jazz auf höchst infektiöse Weise fusioniert, was vor allem aufgrund eines Killer-Rhythmusgespanns aus (Graham Central Station-)Bassist Paul Jackson und Gaylord Birch, dem Drummer von Herbie Hancocks "Head Hunter"-Band, gelang. Weiteren Anteil haben Gitarrist Ray Obiedo und Meister-Perkussionist Bill Summers. Die Rare Groove-Perle aus dem Fantasy-Katalog wurde nie wieder aufgelegt, diese HQ-Ausgabe (Kevin Gray-Mastering!) ist die erste Vinylversion seit der Originalpressung. (1976/2026)





