Rezension
Die britische Pianistin, Jahrgang 1992, erspielte sich zunächst einen Ruf als ausgezeichnete Mozart-Interpretin; die damit verbundene Leichtigkeit und spielerische Eleganz kann man auch auf ihrem Hyperion-Debüt hören – das sie allerdings deutlich früheren Vertretern der Klaviermusik gewidmet hat, nämlich drei englischen und einem niederländischen Komponisten der Tudor-Zeit; Pioniere der Musik für Tasteninstrumente. Das Instrument der Stunde war natürlich nicht das lange noch nicht erfundene Klavier, sondern das Virginal. Eine junge Generation von Pianisten (zuletzt etwa auch Momens gleichaltriger US-Kollege Kit Armstrong) betreibt allerdings derzeit gezielt die Integration dieser Musik in das "klassische" Konzert-Repertoire, gespielt also auf modernen Konzertflügeln, wie es etwa für Bach schon lange üblich ist. Und wie wundervoll sie darauf klingt! Momens sensible, feine Tongebung verleiht ihr förmlich Flügel, man möchte eigentlich tanzen dazu. Wer bei Klavier-Recitals die große virtuose Show sucht, ist hier sicherlich falsch. Aber wer erleben möchte, wie man auf einem "Concert Grand" singt – hier kann man es. Und so vermeintlich unspektakulär und gänzlich frei von Manierismen Momens Hyperion-Debüt daherkommt – es ist, da kann man dem Kritiker der "Times" nur Recht geben, "a triumph"! (2024/2026)






