Rezension
Eben hat die mehrfache Grammy-Gewinnerin noch ein phantastisches Album mit Elton John aufgenommen und jenem zu einem echten Gipfel im Spätwerk verholfen, da setzt sie alles auf Null – und überrascht mit einem intimen, introvertierten Meisterwerk. Geholfen haben ihr Aaron Dessner und Andrew Watt – letzterer, eher für Großproduktionen für Ozzy oder Pearl Jam bekannt, verblüfft mit einem Feingefühl und einem Gespür für Atmosphäre, daß man das Cover wieder und wieder vergeblich nach den Namen Daniel Lanois absucht. Gelegentliche Ausbrüche in Richtung Pop gibt es übrigens durchaus, und sie strahlen gewaltig – doch grundsätzlich ist der Tonfall nachdenklich, die Instrumentierung zart. Eine der wenigen Ausnahmen: Das zentral angeordnete "Church & State" mit aufputschendem Post Punk-Beat, als Rock-Song so intensiv in seiner Wirkung, daß er trotz offensichtlichem Stilbruch doch nicht als Fremdkörper wirkt. Und dann ist da noch "Joni" (in direktem Anschluß), eine wundervolle Hommage an ihr Vorbild, das zur Freundin wurde. Wobei es sich hier fraglos um eines dieser Alben handelt, bei denen jeder Song seine eigene Rezension verlangt! Man traut sich nicht, bei dieser Diskographie von einem "besten Album" zu sprechen. Nennen wir es: ihr reifstes. Und es sollte Ende des Jahrzehnts in keiner seriösen Bestenliste fehlen. (2025)





