Rezension
Sind Folk und Jazz die Zukunft des Rock'n'Roll? Zumindest in England formiert sich gerade eine junge Szene von Bands, deren Sound zwar tief in Traditionen wurzelt, die aber trotzdem klingen wie nichts zuvor. Das Trio aus Sängerin-Gitarristin Clari-Freeman-Taylor, der Bratschistin (die auch Bass spielt) Saya Barbaglia und dem offensichtlich Jazz-kundigen Drummer David Addison zählt zur Speerspitze jener Szene, und sein Album-Debüt erfüllt die höchsten Erwartungen. Von Anfang an wurde die Band gerne mit Big Thief verglichen, und ja, das ist nicht ganz unberechtigt, aber vor allem deswegen, weil es sonst so gar nichts gibt, womit man die Band sonst noch vergleichen könnte. Freeman-Taylors Charakterstimme verleiht dem Bandsound sofort etwas Mythisches, Außerweltliches; Barbaglia steuert die Songs oft mit ihren vertrackten Bassläufen, aber auch die Bratsche ist prägend – und Addisons Drumming ist wie schon angedeutet auch nicht eben Rockband-typisch. Was daraus in Songs wie "Crash Landing", "Blood" oder "Thou Shalt Sprout" entsteht, ist so ungewöhnlich wie magisch. Und wenn man gerade denkt, jetzt klingen sie tatsächlich wie, sagen wir, Pentangle, dann ist im nächsten Moment wieder alles ganz anders. Keine Frage, das ist eine der wichtigen Platten dieses Jahrzehnts. (2026)






