Rezension
Daß man von diesen Alt.Country-Slowcore-Legenden noch einmal etwas zu hören bekommt, auf Albumlänge gar, hätte man nicht zu hoffen gewagt – liegt das letzte Album "Notes Campfire" doch ganze 30 Jahre zurück! Es ist wohl Jeff Tweedy zu verdanken, der in seinem Buch "World Within A Song" von der Band schwärmte und sein Unverständnis darüber äußerte, warum seine Band Uncle Tuplo damals bekannt wurde und Souled American nie über Geheimtip-Status hinauskamen. Darauf brachte Omnivore immerhin eine Compilation heraus – und offenbar freuten sich die beiden Bandgründer Joe Adducci und Chris Grigoroff so sehr über die unverhoffte Aufmerksamkeit, daß sie beschlossen, nochmal gemeinsam ein Souled American-Album aufzunehmen. Abgesehen davon, daß vor allem Grigoroffs Stimme noch zerschossener klingt als früher, schließt es nahtlos an die damaligen Werke an: Verschleppte Songs, die ungefähr so klingen, als spielte man eine Country-7" zu langsam ab, kündend von Niedergang und Verfall – Americana im Zustand fortgeschrittener Zersetzung. Und aus irgendeinem Grund ist das wunderbar. Es gibt jedenfalls nichts, was ähnlich klingt. Wer etwas für musikalische Outcasts übrig hat, muß diese Band lieben. Zeit, die alten Platten mal wieder aufzulegen… (2026)






