Rezension
Schon in den 1950ern, als Charles Lloyd Ravi Shankar und Alla Rakha auf deren US-Konzerten hörte, begann die Liebe des Saxophonisten zur Musik Indiens. Im Jahre 2001 stand er erstmals mit Rakhas Sohn Zakir Hussain auf der Bühne, es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Musikern. Deren bedeutendstes diskographisches Dokument ist sicherlich das 2006er ECM-Album "Sangam", welches die beiden mit dem hochsensiblen Drummer Eric Harland einspielten. Drei Jahre später spielte dieses Trio ein Konzert in Mumbai zu Ehren von Hussains Vater; danach gingen die Musiker ins dortige Nirvana-Studio und spielten mit einigen von Hussains Freunden, etwa Rakesh Chaurasia (Meister der indischen Bambus-Flöte Bansuri), Sabir Khan (Sarangi, ein gestrichenes Saiteninstrument), Niladri Kumar (Sitar) und Sänger Vijay Prakash. Die Aufnahmen blieben unveröffentlicht. Hussains Tod im Jahre 2024 (zuletzt hatte er mit Lloyd 2022 auf einem Album der "Trio"-Trilogie gespielt, gemeinsam mit Gitarrist Julian Lage) erinnerte Lloyd an die Existenz dieser wunderbaren Aufnahmen, in denen die Musik des Subkontinents in seltener Selbstverständlichkeit mit amerikanischem Jazz verschmilzt. Er gab die Bänder der Produzentin Dorothy Carr, die daraus ein wunderbares Album formte – auf dem man noch einmal Zeuge dieser großen musikalischen und menschlichen Freundschaft wird. Wesentlich. (2026)






