Rezension
Drei violinistische Sternstunden aus drei Jahrzehnten umfaßt dieses Set, und über jede müßte man ein seitenfüllendes "rave review" verfassen. Stattdessen nur so viel: Unter den Live-Bedingungen einer Rundfunkaufnahme scheint David Oistrachs faszinierende Mischung aus Autorität und Emotion noch überwältigender zu wirken, als man es von seinen vielen Studioaufnahmen kennt; oft nimmt die Intensität seiner Ausstrahlung schon fast beängstigende Ausmaße an: Man fühlt sich als Hörer dann wie das sprichwörtliche Kaninchen vor dem Raubtier. Die beiden Prokofjew-Aufnahmen stammen aus den Jahren 1971 (stereo!) und 1965 (mono), Kurt Sanderling leitete das von ihm aufgebaute Berliner Sinfonie-Orchester, aufgenommen wurde in der Staatsoper bzw. dem wiederaufgebauten Metropol-Theater. Das älteste Dokument stammt aus dem Jahre 1956: Jewgeni Mrawinski, während Sanderlings russischer Emigrationszeit dessen Mentor in Leningrad, gastierte mit der Leningrader Philharmonie in der Staatsoper – es also ist dieselbe Besetzung, die das hier zu hörende erste Schostakowitsch-Konzert erst im Jahr zuvor (der Komponist hatte das 1948 vollendete Werk mehrere Jahre versteckt gehalten) uraufgeführt hatte. Die Bedeutung, die das Werk für Oistrach (der bei der Komposition beratend involviert gewesen war) hatte, meint man in jeder Note mitfühlen zu können. – Violinsammlern, die vor Bootlegs nicht zurückschrecken, sind die Aufnahmen zwar prinzipiell alle bekannt – doch offiziell von den Rundfunk-Masterbändern gezogen (Mastering: Kevin Gray!) und ergo in solch überragender Qualität hat man sie noch nie gehört. Man staunt, wie exzellent damals in den Rundfunkanstalten aufgenommen wurde – und gewiß nicht nur bei den westlichen Sendern! Die Erstauflage in der besonders edlen Sapphire Edition ist auf 500 Exemplare limitiert. (Die reguläre Ausgabe auf schwarzem Vinyl folgt!) (2026)






