Rezension
Es sind drei runde Jubiläen, die der australische Dylan (oder Springsteen, je nach Laune und Vorliebe des jeweiligen Rezensenten) hier feiert: Sein eigener 70. Geburtstag, 50 Jahre auf der Bühne, das 30. Album. Es verwundert mithin nicht, daß das Älterwerden, das Verstreichen der Zeit, hier ein zentrales Thema ist. Auch in Form einer Rückschau auf verpasste Gelegenheiten oder falsche Entscheidungen. Niemals aber klagend oder selbstmitleidig, sondern lediglich konstatierend. Und dargebracht in Form von Story-Songs, wie nicht viele sie schreiben können (die Vergleiche mit oben genannten Meistern kommen ja nicht von ungefähr) und in denen kein Wort zufällig gesetzt ist. Große Songwriting-Kunst von angenehm unspektakulärer Art, große Posen waren ja nie Kellys Sache. Die Flamme, die in ihm brennt und die ihn nach wie vor "on the road" und ins Studio treibt, ist dabei gut zu spüren: Seine Geschichte ist noch längst nicht auserzählt. (2026)






