Rezension
Dhafer Yussef zählt sicherlich zu den bedeutendsten Botschaftern arabischer Musik im Westen. Seit er als junger Mann von Tunesien nach Wien kam und sich dort mit allen erdenklichen Jobs über Wasser hielt, baute er ein Netzwerk aus musikalischen Kontakten zur europäischen Jazzwelt auf, das seither immer wieder zu so erstaunlichen wie wunderbaren Ergebnissen führte. Zum ersten Mal nun auch auf dem ACT-Label, wobei er mit etlichen Künstlern des Labels bereits zusammengearbeitet hat, etwa dem hier auch gegenwärtigen Gitarristen Nguyên Lê. Das Album ist nicht der iranischen Metropole, sondern Yussefs Ehefrau Shiraz Fradi gewidmet, es erzählt von dem gemeinsamen Leben. Meist nachdenklich, gelegentlich aber auch euphorisch. Es ist ein wunderbar zärtliches, liebevolles Album, auf dem Yussef mit Musikern aus unterschiedlichsten Ländern kommuniziert, fabelhaft etwa mit dem österreichischen Trompeter Mario Rom oder dem spanischen Pianisten Daniel García Diego, und immer wieder überrascht die mühelose Symbiose von arabischer Musiktradition und westlichem Jazz, obwohl man es von Yussef ja allmählich gewohnt sein sollte. Gelegentlich läßt jener auch seinen einzigartigen Gesang hören, für den er schon des Öfteren mit dem legendären britischen Countertenor Alfred Deller (1912-1979) verglichen wurde: Eine Stimme, die alles Irdische abzustreifen in der Lage ist… (2025)




